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Mörder in der Pulvermühle – Marc Lardon Solo
deszpot #001 / Limitierte Vinyl- und CD-Edition

Die Vinylproduktion von Marc Lardon ist eine einzigartiges Dokument des Bassklarinettisten, Kontrabassklarinettisten und elektronischen Musikers in einem riesigen Industriekelleraum im Gestle-Areal, Chur. Die Stücke sind die Essenz aus zwei Aufnahmetagen und einzig mit vier Raummikrophonen aufgezeichnet: Sechs improvisierte und vollkommen live eingespielte Stücke erinnern in ihrer formalen Strenge an genaustens ausgeschriebene Stücke. Das Spiel zwischen den energetischen akustischen Klängen der Klarinetten und dem rein analogen, elektronischen Instrumentarium, das klanglich ungeschminkte Wechselspiel von Aktion und Reaktion zwischen dem Musiker und dem halligen Betonraum, eröffenen eine einzigartige Klanggeschichte. Diese verleugnet ihre Wurzeln in der Neuen Musik nicht, spielt aber in ihrer Erzählart mit rockiger Erdigkeit und oft mit Metall-Riffs-ähnlichen Strukturen. Und so erkundet Marc Lardon neue Ufer an Rändern bekannter stilistischen Landschaften.

Die limitierte Vinylversion besteht aus einer 180-grämmigen Schallplatte. Das Master wurde von Frank Heierli im Central-Dub-Studio in Bern geschnitten. Verpackt ist die Schallplatte in einer von Hand mit Siebdruck bedruckten Hülle, welche von Miriam Affolter gestaltet wurde. Der Vinylplatte ist die digitale Version der sechs Stücke in Form einer Audio-CD beigelegt. Jedes der 250 Exemplare ist nummeriert.

Die CD-Version dieser Veröffentlichung ist in einer Hülle verpackt, welche von Hand gestempelt und nummeriert wurde. So ist jedes der 150 Exemplare ein Unikat.

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· Reviews/Rezeption:

«... Wenn Lardon da seine Stücke Kill Bill-inspiriert 'Hattori Hanzo' und 'Black Mamba' nennt, 'Nachtvolk', Traum' und 'Monsieur Verdoux', darf man vermuten, dass ihm die Prämisse "Mord ist die logische Erweiterung des Kapitalis­mus" geläufig ist, und ihm rollende Köpfen vorschweben. Mit nachhallenden knurrigen Stakkatos, Stimmverdoppelungen und urigen Abschattungen verwandelt sich Lardon in ein Sogenanntes Linksradikales (Einmann)-Blasorchester, mit immer wilder knurrender und brüllender Gunpowderplotstimmung. Mit keckernden und schnarrenden Kontrabass­stößen lässt er eine Mineurbrigade gegen die Churer Paläste marschieren und ihre Stollen bohren. Die Nacht ist erfüllt von Gebrodel und Gejaule, zu dem sich ein Koloss hüpfend auf den Weg macht, um Ärsche zu versohlen. Lardon macht mit Gusto den Dicken, aber einen Dicken, der gerne tanzt und singt und von was Schönerem träumt als von Investi­tionen und Renditen. Prokofjewsk geht er Wölfe und Blutsauger jagen, lange sorgsam pir­schend, dann aber in einen mörderischen Kampf verstrickt ('Black Mamba'). Der 'Epilog' stupst, lustvoll röhrend, Löcher in die dicke Luft. Kurzum, ein Mords Spaß!»
Rigo Dittmann, Bad Alchemy 76

«... Der «Kriminaltango» von Hazy Osterwald spielte in der Taverne. Lardon schickt den Mörder in die Pulvermühle. Wir sollten uns den Tatort nicht als pittoreskes Häuschen am Waldrand vorstellen. Schon eher als eine industrielle Kathedrale, ein unterirdisches Kraftwerk, vielleicht auch das Innere einer Staumauer. Es muss ein riesiger Hohlraum sein, in dem sich diese Sound-Ereignisse abspielen und selbst Mörder das Fürchten lehren. [...] Die sechs Stücke leben zuallerest von der Wucht des Sounds, der in seiner Unheimlichkeit und schieren Kraft fassbar gemacht wird. [...] Er [Marc Lardon] kann die Klänge aufeinandertürmen, er kann sie malträtieren und wüst verzerren, er kann sie schreddern und die einzelnen Teile wie Geschosse durch die Räume jagen. Aber Lardon sucht nicht den Exzess. Er schreitet Schritt um Schritt voran. Es ist eine dunkle und heftige Welt, die sich hier Bahn bricht, wenn auch keine chaotische oder gar ausweglose. Man kann der Bestie ins Auge schauen. Lardons Musik wirkt wie eine Katharsis im Schlund all dessen, was im gesellschaftlichen und politischen Alltag an sogenannter Normalität so herumtost. Der "Kriminaltango" von 1958 ist ein biederes Liedchen dagegen. Die Beklemmung ist heute greller geworden. Und ist mitten unter uns.»
Pirmin Bosshard, Südostschweiz

«And here's the other inaugural release for Deszpot. Marc Lardon on bass clarinet, contrabass clarinet, and electronics. Solo pieces with live electronics and some looping. Lardon has found simple yet original sonic environments. And his pieces are often simple yet they brilliantly draw the most out of these environments. Worth comparing to Alexandre St-Onge's recent solo album of bass guitar and signal processing – same kind of approach, with much more affected and unnatural-sounding results.»
François Couture, Monsieur Délire

«Également paru sur le label suisse Deszpot, Mörder in der Pulvermühle est un solo de Marc Lardon pour clarinette basse, contrebasse et électronique analogique. Il s'agit de six pièces enregistrées dans une immense usine désaffectée à la réverbération colossale. Des improvisations qui paraissent complètement composées dans la mesure où il s'agit de pièces polyphoniques d'une précision assez rare. Des pièces qui évoquent des marches symphoniques, mais aussi le rock progressif et RIO pour l'aspect martial et binaire de certains passages. Marc Lardon superpose les couches électroniques, acoustiques et la réverbération, et il en résulte un son unifié, lourd, saturé, très proche du rock (on croirait même entendre des riffs de death à certains moments). Les sources sonores sont souvent indistinctes, car la musique de Lardon a quelque chose de massif et lourd, de gras et pesant, malgré l'aspect polyphonique qui laisserait supposer une claire distinction des couches de son. de manière plus générale, c'est assez intense et plutôt prenant et enivrant - c'est assez plaisant en somme. Une musique qui plaira surement aux fans de Colin Stetson (pour l'utilisation spectaculaire de l'instrument, ainsi que pour les boucles et les riffs proches du rock et du post-rock), mais aussi, j'imagine, aux amateurs de RIO, peut-être plus qu'aux aficionados de musique improvisée...»
Julien Héraud, improv sphere

«First release from the new Swiss label Deszpot, based in Biel. A label that is devoted to the experimental music scene in Biel. Lardon plays bass clarinet and contra bass clarinet plus analogue electronics. He studied with Harry Sparnaay, a famous Dutch bass clarinet player who experimented with  electronics already in the 70s. On the one hand Lardon performs modern composed music, on the other he is into producing music for theatre and as an improvisor  under the name of Mörder. He has a duo with Andreas Glauser called Splitter and another one with Daniel Sailer, and played furthermore with Christian Müller, Hans Koch, etc.  'Mörder in the Pulvermühle' presents Lardon  as a solo improviser. But let's concentrate on his solo album.  The music breathes a dark an teutonic atmosphere, as if one is entering the underworld. But despite the undeniable heaviness of this music, it is also of a very specific beauty. He creates sonic spaces comparable – a little bit – with territories Art Zoyd and Frohmader often visit. Acoustical sounds and electronic treatments are effectively intertwined. The pieces fascinate more because of particular archaic sound world Lardon successfully creates, then the compositional complexity. (DM)»
Dolf Mulder, Vital Weekly No.871