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band eins – band
deszpot #006 / Limitierte CD-Edition

Seit 2010 arbeiten die Schweizer Komponistin Annette Schmucki und die Schweizer Pianistin Petra Ronner im Text-Musik-Duo 'band' zusammen, das sie als klanglich-zirkuläre Versuchsanordnung verstehen. Ihr Instrumentarium sind dabei zwei Roland SP-404SX Sampler, ein Mikrofon und die Sprache/Stimme. Das textliche Ausgangsmaterial des ersten Albums, 'band eins', sind zwölf Worte aus Schlessings "Passender Ausdruck", die Klang und Stille beschreiben.

Für Schmuckis erste Generation der Samplebildung wurden diese Worte übersetzt in konkrete Geräusche und Klänge auf sieben Almglocken und weitergesponnen, wuchern gelassen zu neuen Texten. Ronners erste Samplegeneration stammt aus ihrem persönlichen Klangreservoir von Fieldrecordings, Improvisationen mit Objekten, Geräten und Klavierklängen. Im Resampling wird das Klangpotenzial des minimalem Grundmaterials Schicht um Schicht ausgelotet und ausgekostet, mit gekonnter Leichtigkeit entfalten Schmucki und Ronner eine immer wieder aufs Neue überraschende poetisch-musikalische Dichte.

Die elf Stücke auf 'band eins' sind Momentaufnahmen, sie halten in neu geordneter Form fest, was im Probeprozess im Winter 2013 und Frühling 2014 entstanden ist: knappe Geschichte, rhythmisch vertrackte Szenerien, poetische Kleinskulpturen, atmosphärische Bilder und grosse Bögen. Eine kontrastreiche Suite, die die Sprache in ganz eigener Form zum Klingen bringt.

Diese Veröffentlichung ist in einer Hülle verpackt, welche von Hand gestempelt und nummeriert wurde. So ist jedes der 400 Exemplare ein Unikat.


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· Reinhören:
gangart eins (Ausschnitt)



unter schnee (Ausschnitt)



widmung (Ausschnitt)



bälge (Ausschnitt)



fünfzig hemden (Ausschnitt)


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· Reviews/Reception:

«Was sie finden ist unverbrüchlich, Klangreservoir
Was ich da höre ist immer ein Spiegel. Klingt nach, ist ernstes Anliegen und dabei leichtes Spiel. 
Unter Schnee liegt der wahre Satz: Schönheit in Heterophonie.
Die Band Schmucki/Ronner hat Atmosphären vor Amboss, Hammer, Schnecke gelegt. Sehr viel Hörlustiges und ich meine damit Tracks, die man hören will, weil sie Lust machen. 
Schmuckis Sprachverdichtungen, Dickichte der Gedanken entlassen aus der Verpflichtung der Sinnhaftigkeit, nicht aber aus der Verpflichtung gegenüber dem einzelnen Wort, seinem Klangwert. Wenn sie im Track „aufgereiht“ das Klavier – seine unendlich tiefen Töne – zum Tiefseeoszillator umschwingen lässt, klingt ihre lakonische Rezitation wie eine Beschwörung, die ich mir gefallen lasse, weil die Musik gut ist. Sie arbeitet beständig, diese Klangqualle von Wort, Gluckston, Klangholz. Dazu Wort-Reihungen, die – und das dürfen Sie nicht versäumen, zu erlauschen – Reibungen sind, Klarstellungen einer anderen Welt und Wahrnehmung. 
Was ich da höre, das weiß ich eigentlich gar nicht. Diese Widmung ist so privat, daß sie mir wehtut. Mich aber auch voyeuristisch anzieht. Ich stehe mit einem gereckten Ohr an einer Zimmertür, die mir verschlossen ist. Was dahinter vor sich geht – ist ungeheuerlich. Köstlich.
Im Finnischen gibt es die Sehnsucht und das Streben nach Vokalharmonie, welche den Austausch, die Doppelung, die Abänderung einer Vokalfolge zum Zwecke der Herstellung von Harmonie bedeutet. Strategien also, die eine vermeintliche, ja durchaus gefühlte Schräge auszugleichen suchen. Bei Ronner/Schmucki wird ähnlich „ge-bandet“ das heißt, ihr Bandprojekt fiept, schnurrt, feed backed sich rumpelnd, reizend an die Hörharmonie heran. Auch Tanz wird Möglichkeit. Im Track 10 kann ich auch balinesisch schreittanzend den Silben zuwippen. Das Wort als percussives Element, ordnend, strahlend. Das kann und tut Schmucki samt Band. Und denken wir einmal nicht an das englische Wort für Musikkapelle, sondern denken wir an Samtband, Schnur, Strick, starken Faden, an dem sich musikalische wie Sprechbilder auf- und gegeneinander zwirbeln lassen. So wird alles gut und das Hören eine altvergessene, immerneue Übung und Lust. Klangreservoir: Aufenthaltsort, schön wie Notenzeilenwegbeschreibung. Hoffentlich machen diese Künstlerinnen noch viel Musik miteinander.»

Nora Gomringer, (Autorin, Direktorin Internationales Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg)